CHRISTIAN MARZY
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Christian Marzy News

Log - Thailand:

THAILAND - KAMBODSCHA - VIETNAM - MALAYSIEN - SINGAPUR - INDONESIEN 2009
AUSTRALIEN
- BANGKOK - DUBAI 2008
CHINA 2006

Video zu Thailand unter Travel

Christian Marzy Log China
3 Monate Asien
2009.01.09
Touristen mussten letzen Monat tagelang am Flughafen in Bangkok ausharren bevor sie nach Hause durften. Demonstranten hatten den Flughafen besetzt um eine Neuwahl zu erzwingen. Obwohl ich nicht gedacht hätte dass es mich noch einmal nach Bangkok verschlägt sitze ich mit Jenny in einem rosa Taxi und lasse auf dem Weg vom Flughafen zum Hostel die bunte Skyline dieser dreckigen aber interessanten Stadt an mir vorbeiziehen. In 85 Tagen wollen wir durch Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos, auf die Fullmoonparty und weiter durch Singapur, Indonesien runter bis nach Bali.

Wir kennen uns in Bangkok ja beide schon aus und checken problemlos im Sukhumvit Hostel ein. Nach einer entspannenden Dusche machen wir uns mit einem kühlen Bier durch die angenehm warme Nachtluft vorbei an stinkenden Strassenrestaurants per Skytrain Richtung Lumphini zum Nachtmarkt.

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Zum zweiten mal Bangkok
Ein bunt blinkender Turm streckt sich in den Nachthimmel und weist uns den Weg zwischen Bierfässern und Händlern die uns ihre Fake-Artikel andrehen wollen. Hier herrscht der Tourismus. Auf einer Bühne trällern halbnackte Thai-Mädels westliche Popsongs während sich der männliche Teil mithilfe von überteuerten Bierzapfanlagen die an den Tisch geschleppt werden ihre Frauen schön saufen. Wir steigen langsam mit ein und bestellen ersteinmal gebratenen Reis mit Huhn für einen Euro. Der Nachtmarkt erinnert zwar eher an einen bescheuerten Biergarten aber irgendwie kann ich es mir am Tisch doch echt gemütlich machen.
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Erstmal shoppen
Leicht angetrunken schieben wir uns zwischen den aufdringlichen Händlern mit ihren Shirts, Schuhen und Trolleys durch und verhandeln bei ein paar schönen Stücken um den Preis um dann im Endeffekt doch nichts zu kaufen. Auch wenn die Ware entweder gefälscht oder geklaut ist, so trifft die Auswahl dennoch grösstenteils auf meinen Geschmack. Deshalb beschliessen wir morgen in den Norden der Stadt zu fahren um uns auf dem noch grösseren Nachtmarkt günstig einzukleiden. Jenny kauft einen grossen, frischen Banane Honig Shake - für einen Euro =)

Die Geschäfte und die Metro haben mittlerweile zu, also trinken wir noch ein Bier und lassen uns im Taxi zum Hostel fahren. Das ist sogar günstiger als zwei Tickets mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Hostel lassen wir uns auf der gemütlichen Dachterasse von unseren Freunden den Moskitos das Blut aussaugen und gehen dann schlafen.

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Aussicht von Wat Arun
2009.01.10
Heute sind Wahlen und deshalb herrscht in der ganzen Stadt Alkoholverbot. Für ganze zwei Tage! Wir fahren nach fünf Stunden schlaf mit dem Skytrain zum Siam Paragon. Eine freundlich interessierte Dame die angeblich für die Touristenpolizei arbeitet verwickelt uns in ein Gespräch. Wir durchschauen den Trick und lassen uns nicht von ihr in ein Abzock-TukTuk setzen sondern verschwinden zu Fuss schnell um die nächste Ecke. Ab und zu kommt es natürlich schon vor dass uns jemand mal selbstlos einfach so hilft. Aber nach etlichen Versuchen uns abzuzocken fällt es schwer den Einheimischen zu vertrauen.

Wir geniessen das beste Frühstück der Welt bei Bread Talk im Siam Paragon und beobachten tanzende Fische die Kinder in die Ocean World locken sollen. Jetzt kann der Tag beginnen. Am Bootssteg im Süden der Stadt kaufen wir statt dem 2 Euro teuren Touristen-Tagesticket lieber am versteckten Schalter nebenan ein Ticket für ein Viertel des Preises. Wir klettern auf Wat Arun - einen pyramidenförmigen Tempel am Fluss dessen Treppen steiler sind als die der chinesischen Mauer. Die Aussicht über den Fluss ist besser als die vom Golden Mount und die Verzierungen unglaublich detailreich.

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Nebenan gibts essen
Wieder auf der Ostseite des Flusses gehen wir zu Fuss durch heruntergekommene Märkte auf denen man die toten nicht von den lebenden Katzen unterscheiden kann und entstellte Menschen scheinbar ihr Zuhause haben. Wieder werden wir angesprochen und belogen dass wir wenn wir nach Chinatown wollen in die entgegengesetzte Richtung müssen. Wir ignorieren unseren vermeintlichen Helfer und sind dann fünf Minuten später trotzdem im geschäftig wuselnden Chinatown. Es ist ziemlich stressig da man immer irgendwem oder irgendetwas ausweichen muss. Sobald man in dem rempelnden Menschenstrom stehenbleibt wird man zum Hindernis. Erschöpft erreichen wir die Giant Swing. Das Gebilde soll eine riesige Schaukel darstellen auf welcher früher Kämpfe ausgetragen sein sollen. Ich hatte mir den roten Torbogen etwas spektakulärer vorgestellt.

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Oh fuck!
Endlich auf der Kaoshan Road angekommen essen wir in Ruhe zu mittag und beobachten wie einige Thais ständig versuchen jedem Touristen einen krummen Deal anzubieten. Hier kann man ganz öffentlich gefälschte Ausweise und Führerscheine, Sex, alle möglichen Kinofilme, jede Menge Alkohol und alles was Touristen sonst so wollen billig erstehen. Oder eben abgezockt werden. Nachdem ich fünf Anbieter verglichen habe entschliesse ich mich für 10 Euro meine kompletten Haare zu Dreads machen zu lassen. Der Mann fängt mit einer langen Nadel meinen Kopf zu bearbeiten. Es fühlt sich an als würde er mir jeden Millimeter meiner Kopfhaut einzeln bis zum Schädel abkratzen. Ich sitze mit schmerzverzerrtem Gesicht und tränenden Augen in dem Stuhl und spiele mit dem Gedanken dem Typen einfach das rumliegende Ananasmesser in den Körper zu rammen damit der Schmerz endlich aufhört. Nach nur zwei Stunden ist er endlich fertig und mir stehen 33 Dreads in alle Richtungen vom Kopf weg. Angeblich sollen diese mit der Zeit auch nach unten hängen.

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Vom Skytrain...
Trotz alkoholfreiem Tag bekommen wir auf der Kaoshan Road natürlich ein leckeres Bier. Beim bezahlen lege ich dem Kellner statt hundert Baht einen ähnlich aussehenden tausend Baht Schein mit in die Rechnungsmappe und schiebe sie ihm rüber. Statt das viel zu hohe Trinkgeld einfach zu nehmen weist er mich nur freundlich darauf hin das es ein Tausender ist. Ich kann es kaum glauben. Nicht nur das ich zu blöd zum bezahlen war sondern das es auch so etwas wie Thais gibt die einen nicht einfach nur abzocken wollen.

Überhaupt erlebe ich diesen Aufenthalt in Bangkok viel positiver als im letzten Jahr. Das Klima ist sehr viel angenehmer, die Touristenhorden sind geschockt von der Flughafenbesetzung wohl zu hause geblieben und die Locals scheinen um einiges freundlicher. Ich bin froh noch mal hier zu sein und die Stadt von ihrer schönen Seite kennenzulernen.

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...aufs Boot
Später lassen wir uns mit dem Taxi für zwei Euro zum Weekend Bazar im Norden fahren. Das Areal ist bis zum Brechen mit Thais gefüllt. Durch die engen Gänge kommt man kaum durch und das Angebot scheint tatsächlich mehr auf die Anwohner abgestimmt zu sein. Enttäuscht fahren wir bald wieder zum Nachtmarkt im Süden. Jenny verhandelt erbarmungslos einen Gürtel für mich von 1100 auf 300 Baht (immer noch 6 Euro!) runter. Ansonsten kaufen wir bunte T-Shirts für etwa 3 Euro und eine Hose für 10 Euro. Es geht sicher noch billiger aber die meisten Sachen sind entweder zu klein oder eben wirklich schlecht verarbeitet.

Ich hatte zwar nicht damit gerechnet aber durch die viel zu fest verknoteten Dreads schmerzt meine Kopfhaut unerträglich. Ich bin schon ganz abwesend bevor ich im Hostel feststelle das ich meinen Kopf vor Schmerzen kaum auf ein Kopfkissen legen kann. Jenny verarztet mich also spüle ich eine Schmerztablette mit Bier runter und schlafe benebelt ein.

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Smog in Bangkok
2009.01.11
Ausgeschlafen versuchen wir den besten Weg nach Kambodscha zu finden. Im Lonely Planet und im Internet finden wir nur abschreckende Berichte über lange holprige Busfahrten also entscheiden wir uns für den Zug. Nach einem Zwischenstop bei lecker Breadtalk kommen wir am serviceorientierten Hauptbahnhof an nur um zu erfahren dass wir die Tickets für den Zug eh erst vor der Abfahrt kaufen können.

Am Siam Square kaufen wir noch eine wasserdichte Kamera für die Fotos am Strand, ein schönes Kleid für Jenny und ne Ladung Thai essen für nen Euro. Den restlichen Abend verbringen wir im Hostel damit meinen Kopf zu verarzten und einen Schlafplatz in Kambodscha zu finden.

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Die Slums vor der Stadt
2009.01.12
Wir stehen um halb fünf auf. Der Typ an der Rezeption ist schon fit aber unser bestelltes Taxi ist scheinbar schon wieder weg. Aber wir sind früh dran und finden schnell eins auf der Strasse. Am Bahnhof bekommen wir problemlos ein Ticket die sechs Stunden lange Fahrt bis zur Grenze - für einen Euro =)

Der Zug ist wie erwartet ein wenig heruntergekommen aber dennoch gemütlich. Die Fenster lassen sich komplett öffnen und ich freue mich schon auf Aufnahmen bei Sonnenaufgang. Wir fahren vorbei an den Slums in denen sich die Thais an Lagerfeuern wärmen. Nachdem die Sonne aufgegangen ist laufen jede Menge Verkäufer durch den Zug und wir kaufen für nen Euro warmen Reis mit Spiegelei und Grünzeug das wie Apfel schmeckt. Wir sind zwar skeptisch aber der Hunger treibts rein.

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Auf dem Weg zur Grenze
Draussen machen die Häuser langsam der Natur Platz und zwischen den Wellblechhütten sind immer mehr Bananenbäume zu sehen. Bald wird der dichte Dschungel schon durch abgebrannte Felder abgelöst und Asche-partikel wirbeln durch den Zug. Wir haben einen türkisen Viererplatz für uns also genug Platz für Jenny um ein ausgedehntes Nickerchen zu machen. Ich geniesse lieber die abwechslungsreiche Aussicht.

Immer wieder bleibt der Zug an kleinen Stationen stehen die weder einen Bahnsteig noch ein Häuschen haben. Ausser ein paar Trampelpfaden ist weit und breit nix zu sehen. Nach 6 Stunden fahrt kommen wir in dem Grenzort Aranyaprathet an und die Touris stürmen aus dem Zug auf die wartenden TukTuks zu. Wir schauen uns ersteinmal um und stellen fest das nirgends eine Art Grenzübergang zu sehen ist.

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Typisch Tuktuk
Alle Fahrer verlangen einen Euro für die Fahrt also nehmen wir kein TukTuk sondern springen zum ersten mal im Leben auf die offene Ladefläche eines Pickups. Am Sitz festgeklammert machen wir schnell ein paar Aufnahmen bevor wir vor lauter Fahrtwind die Augen zukneifen müssen. Ein paar Minuten später setzt uns der Fahrer am Konsulat von Kambodscha ab und sofort kommt der nächste Mann der uns hineinführt.

Wir füllen das Formular aus, zahlen je 1000 Baht (etwa 20 Euro) und legen noch mal 2 Euro drauf da wir kein Foto mitgebracht haben. Danach bekommen wir einen Aufkleber in den Reisepass und werden wie alle anderen aus dem Zug wieder zu den Fahrern geschickt. Diesmal geht's mit dem Tuk Tuk zwei Minuten weiter zur Grenze.

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Das erwartet uns in Kambodscha
Dort angekommen bezahlen wir den Euro für die beiden Fahrten und ich begehe meinen ersten grossen Fehler. Ich frage unseren TukTuk Fahrer wie wir von hier aus am besten nach Siem Reap kommen. Der wittert natürlich seine Chance und bringt mich tatsächlich dazu wieder bei ihm einzusteigen. Bis mir dämmert dass das wohl ein bisschen blöd war sind wir schon wieder am Konsulat wo gleichzeitig auch ein 'Reisebüro' ist. Laut Lonelyplanet soll die Fahrt nach Siem Reap zwischen 20 und 40 Euro kosten. Da wir für den Zug und das TukTuk ja erst 2 Euro gezahlt haben hört es sich ja ganz vernünftig an dem Thai noch mal je 14 Euro für eine klimatisierte Busfahrt nach Siem Reap zu geben.

Allerdings kommt Jenny die ganze Sache wie ein grosser Abzocktrick vor. Also beraten wir uns was den Thai dazu bringt den Preis auf je 10 Euro zu senken. Wir wissen zwar das es riskant ist gehen aber auf den Deal ein und bekommen dafür ein handgeschriebenes Ticket. Also bringt uns der Fahrer wieder zurück zur Grenze wo wir von einem Betreuer aus dem Reisebüro begleitet werden. Am Border Crossing angekommen verlässt er uns allerdings und sagt auf der anderen Seite würde dann unser Bus bereit stehen. Uns bleibt sowieso nichts anderes übrig als ihm zu glauben da wir ihm nicht über die Grenze folgen können. Mit einem mulmigen Gefühl bekommen wir nach kurzem anstehen unsere Stempel in den Pass und gehen rüber nach Kambodscha.

Nächstes Kapitel: Kambodscha

Wir kehren etwa einen Monat später wieder nach Thailand zurück um unsere Reise in den südlichen Teil fortzusetzen:

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Und wieder in Bangkok
2009.02.07
Thailand: In einer kleinen Maschine die nur halb voll ist, kommen wir sogar 20 Minuten früher als geplant zum dritten mal in Bangkok an. Ohne grössere Hindernisse kommen wir im Hostel (The Urban Age) an und bekommen ein billiges Dormbett im sechsten Stock. Wir sind diesmal in der nähe vom Lumphini Park und die ersten Strassenhändler bauen schon ihre Stände auf. Der Skytrain bringt uns mit bester Aussicht zu Bread Talk. Lecker Lecker.

Wir wissen nicht warum, aber nachdem wir 2 Minuten gefahren sind bleibt der Taxifahrer stehen und wirft uns ohne Geld zu fordern aus seinem rosa Auto raus. Der nächste Taxifahrer will uns garnicht erst einsteigen lassen. Beim Laufen zum Nightmarket reisst mir dann auch noch der Riemen von meinem FlipFlop. Wir sind eh nur eine Nacht in Bangkok und dass auch nur aus einem Grund: Einkaufen. Also gibts gleich neue FlipFlops, eine lange Badehose, sechs bunte Shirts und zwei Verhandlungsbierchen für etwa 25 Euro.

Endlich bringt uns ein Taxi das sich anfühlt wie eine bunte Achterbahn durch Bangkok zur Kaoshan road und wirft uns mitten ins Party-Getümmel. Wir drücken uns durch die fröhlich besoffenen Massen vorbei an lauten Boxen und verhandeln um Studenten- und Presse-ausweise. Diplome und Führerscheine brauchen wir nicht =) Zwanzig Minuten später sind die Ausweise fertig. Da wir kein Foto haben müssen wir sie später selbst zuschweissen.

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Bread Talk!
2009.02.08
Ein Tag der bei Bread Talk anfängt ist einfach ein guter Tag. Voller Tatendrang kommen wir aus Siam Paragon und gehen zu einem Fotografen um die Ecke. Für drei Euro bekommen wir 12 professionelle Passfotos und auch noch die Laminierung für unsere gefälschten Ausweise.

Das Taxi rast günstig wie nie zuvor zum Flughafen und wir haben noch vier Stunden bis zum Abflug. Genug zeit um in einem Supermarkt einen grossen Pappkarton aus dem Lager zu erbetteln und damit zur Post zu gehen. Für 30 Euro können wir 5,2kg T-Shirts, Schuhe und Camcorder per Schiff nach Deutschland schicken. In 2 Monaten sollte es dann wahrscheinlich zeitgleich mit uns zuhause ankommen.

Während wir zu unserem Gate gehen, entdecken wir einen Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheiten und  vor allem kostenlosen Getränken, sowie Popcorn, Ananas und Gebäck. Wir bedienen uns reichlich und bald geht auch schon der Flug los.

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Langsam wirds Vollmond
Hinter einer Insel versinkt die Sonne im Meer während wir im Sinkflug auf den Flughafen von Samui zusteuern. Ein kleiner Zug aus offenen Minibussen holt uns am bunten Flugzeug ab und bringt uns zu einer kleinen Holzhütte in der wir unser Gepäck abholen. Mit einem weiteren Minibus fahren wir über dunkle holprige Strassen zum Lamai Beach. Der Strand ist etwa sechs Kilometer lang und unsere Sunrise Bungalows liegen im südlichsten Ende. Doch davon sehen wir wegen der Dunkelheit nicht viel.

Wir werden als letzte im Bus vor einer Baustelle rausgelassen und fragen uns ob wir nicht vielleicht am falschen Ende gespart haben. Doch hinter dem Sandhügel verläuft ein steiler Weg richtung Küste. Die Holzbungalows stehen ungeordnet in schön gepflegten Gärten und von der Rezeption können wir schon das Meer sehen. Wir werden freundlich empfangen und in unseren sauberen Steinbungalow geführt. Das Bett ist gemütlich und die Moskitonetze gut in die Fenster eingearbeitet. Im Bad ist genügend Platz um beim Duschen nicht alles andere auch nass machen zu müssen. Wie so oft ist die Dusche nicht vom restlichen Bad abzutrennen.

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Strandschaukel
Am Strand laufen Abends Kinder herum und verkaufen für nur hundert Baht bunte Ballons die durch die Hitze des Feuers in den Himmel steigen. Der Zauber ist leider schnell vorbei da alle paar Minuten ein neuer Ballon losfliegt und fast immer mehrere am Strandhimmel zu sehen sind. Im Wasser sind vereinzelt glattgewaschene graue Felsen und der Sand in Lamai ist relativ grobkörnig.

Aufwendig öffnen wir eine Flasche Bier und stellen fest das Wein drin ist. Also sitzen wir würgend am Strand und freuen uns an den Feuerwerksraketen die alle paar Minuten über dem Meer explodieren. Im Bungalow fällt mir die zweite Flasche ekelwein aus versehen auf den Boden und zerbricht. Es stinkt fürchterlich und wir müssen lernen dass es kein Schaufel und Besen in thailand gibt.

Neben dem McDonald spielen Nutten mit den Westlern vier Gewinnt während ein alter Opi im Shamrock zur Livemusik total durchdreht und den zwei halbnackten Thaimädels die Show stiehlt. Der Mond ist schon fast voll und beleuchtet unseren nächtlichen Heimweg am Meer. Während ich in einer Palmenschaukel hin und her schwinge kann ich deutlich meinen Schatten sehen. Die Full moon party rückt näher.

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Am Strand aufwachen
2009.02.09
Mit der Sonne aufwachen, am Strand Frühstücken, im Meer schwimmen. Es geht uns gut. Zufällig entdecken wir ein paar hundert Meter südlich von unserem Resort einen Aussichtspunkt mit riesigen Felsen in Form eines Penis. Die Touris machen fröhlich versaute Fotos und Jenny macht sich auf die Suche nach nem Minirock.

Um an den Strand zu gelangen muss man fast immer durch ein Resort laufen und so entdecken wir eins der schönsten die wir bis jetzt gesehen haben. Die Bungalows ähneln richtigen Häusern und haben Mauern und eigene Pools. Es gefällt uns und wir fragen an der Rezeption nach dem Preis. Zwischen 200 und 600 Euro die Nacht könnten wir bleiben aber gehen dann doch lieber wieder in unseren Bungalow für 14 Euro. Wer sein Geld zum Fenster rausschmeissen will kanns ja gerne tun. Wir geniessen lieber BBQ for free in der Swing Bar. Hier kann man im liegen Bier trinken während man den Menschen zuschaut die akrobatische Tricks mit brennenden Fackeln und Pois machen. Firespinner nenn man die hier wohl.

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Firespinner überall
In einer Mischung aus TukTuk und Pickup fahren wir auf einer Ladefläche mit Dach zum Strand von Chaweng. Hier ist alles noch touristischer und obwohl heute wieder einmal ein blöder Feiertag ohne Alkholverkauf sein soll wird am Strand fröhlich gesoffen. Chaweng gilt als der Partystrand von Samui und nachdem wir am McDonalds vorbei ans Meer kommen werden wir gleich von einem explodierenden Feuerwerk begrüsst. Durch die Druckwelle am Boden schiessen uns Sandkörner an die Beine. Das Strandwasser ist ruhig und wird daher einfach als Pissrinne benutzt. Die Explosionen von dem Feuerwerk das die Kinder am Strand verkaufen sind um einiges stärker als die bei uns üblichen.

Bier bier bier und geilste pizza auf erden. Wir machens uns wieder gemütlich, trinken ein paar Bier und bestellen eine leckere Pizza. Es herrscht mehr Baratmosphäre statt Partystimmung. Die Musik ist relativ leise und niemand tanzt. Ein Typ läuft herum und wirft den liegenden Touris seinen Affen auf die Oberkörper. Will man dann kein Geld fürs Foto bezahlen zieht er eine fiese Fresse, schnappt sich seinen Affen und zieht unglücklich weiter. Mit etwa sechs anderen Touris teilen wir uns nach dem üblichen verhandeln eine Ladefläche um wieder nach Lamai zu kommen.

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Jeder will nach Koh Phan gan
2009.02.10
Tag der Full moon party! Obwohl wir so lange wach waren wie wir konnten sind wir viel zu früh aufgewacht. Wir geben unsere Wertsachen an der Rezeption ab und lassen sie in einem Tresor einschliessen. Laut Erfahrungsberichten werden während der Full moon party öfters mal Bungalows aufgebrochen oder Besoffene ausgeraubt. Wir besorgen im Reisebüro ein One way ticket und warten auf den Pickup. Die Rezeptionsdame meint wir sollen bloss Jennys Kamera nicht mit nehmen und auch nur 1000 Baht pro Person. Wir hören nicht auf sie.

Wir haben zwar nicht mehr damit gerechnet aber eine Stunde zu spät taucht dann doch ein Fahrer auf der nach uns fragt. Die Freude vergeht schnell wieder als wir sehen dass schon 12 Leute in dem TukTuk sitzen. Wir quetschen uns zwischenrein auf den Boden und kommen mit schmerzendem Arsch irgendwann am Pier an. Hier läuft schon lauter Elektro und dichte leute in krabbeln im Wasser.

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Eimerweise Alkohol
Die legendäre Full moon party findet etwa einmal im Monat statt. Eben immer bei Vollmond auf der Insel Koh Phan gan 15 km nördlich von Koh Samui. Die Fähre ist entgegen unserer Befürchtungen nicht randvoll und wir können den Sonnenuntergang beobachten. Am Bierverkauf ist zwar schon andrang aber selbst John der nur mit seinem Fahrrad durch die Welt reist findet noch Platz. Zum doppelten Preis und doppelt so langer warteschlange kann man auch mit dem Speedboat rüberfahren und so sehen wir ein paar mal bis zum Rand beladene Boote mit jubelnden Massen an uns vorbeirasen.

Nach einer halben Stunde kommt Land in Sicht und wir werden von lauter Musik empfangen. Direkt am Hafen tanzen schon Händler hinter den Tischen. Hauptsächlich werden Eimer verkauft. Auf dem Weg geschätzte 200 Eimer voll mit Hochprozentigem. Für hundert Baht bekommen wir ein Bändchen und dürfen die Insel betreten. Zwischen Künstlern die Bodypaintings malen und Apotheken die mit Aufputschmittel handeln finden wir an der Kreuzung einen Laden der für 60 Baht chicken schnitzel verkauft. Hammergeil!

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Die Party kommt in Gang
Alkholverkauf ohne Ende, Bars zum ausnüchtern bei Kinofilmen. Nur Drogen bekomme ich ausnahmsweise mal keine angeboten. Wir schlagen uns durch die Massen und kommen zum ersten mal an den riesigen Strand von Haad Rin. Im UV-Licht tanzen tausende von Armbändchen und Bodypaintings. Zwischendrin Feuertänzer und jede Menge Bars mit DJs. Gelegentlich wird der Strand von einer bunten Explosion über unseren Köpfen erhellt. Über feinen Sand laufen wir mit unseren festen Schuhen durch die aufwendig gestalteten Tanzareale. Sofern man auf elektronische Musik steht ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Vollmond kommt hinter den Wolken hervor und eine Tussi klatscht vor uns bewusstlos auf den Boden. Es ist 21 Uhr.

Zwei Jungs tragen sie ins Erste hilfe Zelt in welchem schon eine Frau mit langen Schnittwunden behandelt wird. Dahinter pissen Leute ins seichte Meerwasser. Wir befürchten dass wir mit je 2000 Baht zu wenig Geld dabei haben und machen uns auf die Suche nach günstigem Alkohol. Nach etwa 20 Minuten finden wir im äusseren Bereich einen Markt eine Flasche Wodka, einen Eimer und Coke für 400 statt für 800 am normalen Bucketstand verkauft. Wir gehen so lange am Strand entlang bis uns die Musik richtig gut gefällt, füllen unseren Eimer und betrachten die zahlreichen, beeindruckenden Feuershows. Es werden lustige Saufspiele veranstaltet und schnell lassen wir uns von der Atmosphäre mitreissen und tanzen am Strand entlang.

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Wir geben Gas
2009.02.11
Plötzlich wache ich gegen 3 Uhr im Sand auf. Jenny hat darauf geachtet dass ich nicht von den Dieben die sich mit gierigen Blicken neben Ihre schlafenden Opfer setzen ausgeraubt werde. Direkt in unserem Blickfeld fickt ein Paar ausgiebig im Sand. Wir sitzen am Wasser bis die Sonne langsam auftaucht. Je heller es wird desto schrecklicher sieht der Strand aus. Überall liegen Flaschen und sonstiger Müll zwischen Kotze und Touris. Wer noch wach ist tanzt oder pisst ins Wasser. Die ersten Boote tauchen am Strand auf und sammeln die Besoffenen für extrageld direkt am Strand ein. Die Party geht weiter.

Auf unserem Weg zur günstigeren Fähre begegnen uns öfters verletzte blutige Menschen. Die Stimmung ist friedlich und wir setzten uns an den Wegesrand. Ausser mir scheinen alle auf der Fähre zu schlafen. Mit letzter Energie unterdrücke ich den Kotzreiz beim Verhandeln um ein Taxi und falle in einen tiefen langen Schlaf.

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Full Moon Party!
Nachträglich würde ich trotz der negativen Beschreibungen die Full moon party  jedem weiterempfehlen. Die positiven Ereignisse überwiegen definitiv. Hätten wir mehr Zeit würde ich gleich nächsten Monat wiederkommen. Feste Schuhe sind zu empfehlen aber durch den weichen Sand zerbrechen kaum Flaschen zu Scherben. Wer auf sich aufpassen kann kommt auch in FlipFlops klar. Einen Bungalow direkt in Torkelentfernung habe ich mir auf dem Rückweg sehr gewünscht aber ruhigen Schlaf wirds dort auch nach Sonnenaufgang wohl nicht geben. Wertsachen kann man im Notfall auch vor Ort noch in Safetyboxen einschliessen aber wer mit mehr als 2000 Baht auf die Party geht ist selbst schuld. Transport von Samui Strand und zurück kosten nochmal zwischen 700 und 1000 Baht. Eine Kamera oder sonst etwas unverzichtbares sollte zumindest in die Hosentasche passen.

Drogen machen einen zum leichten Opfer von Diebstahl oder falschen Bullen die gleich nach dem Kauf auftauchen sollen. Am Eingang wird höchstens einer aus hundert Touris kontrolliert. Badehose kann man sich wegen dem Pisswasser gleich sparen und lieber in ein paar gescheite Hosentaschen investieren. Ausweise sowie Telefone brauchten wir nicht. Die Händler haben sich dort voll auf Partyleute eingestellt. Von Kontaktlinsenbehältern bis zu Tattoos kann man alles vor Ort erwerben.

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Transporttage nerven
2009.02.12
Für 450 Baht pro Person kommen wir von Samui nach Phuket. Ein Minibus holt uns ab und fährt zum Hafen. Die Fähre ist angenehm gross und hat sogar einen Supermarkt. Zwei Stunden später quetscht man uns in einen überfüllten Reisebus in welchem bei anderen Touristen mysteriöserweise iPods und Geld aus den Rucksäcken verschwinden. Wir haben unsere Wertsachen in der Hosentasche und den Rest mit einem Rucksackschloss gesichert. Danach werden wir in einen noch volleren Minibus gestopft und Jenny muss auf meinen Knien sitzen. Ein Grossteil der Touris lässt sich am Patong Beach absetzen doch wir wollen nach Phuket Town
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Kurzer Stop in Phuket
2009.02.13
Freitag. Das erste was in Phuket auffällt ist das im Strassenverkehr scheinbar defensiv gefahren wird. Im Gegensatz zu Vietnam pure Entspannung. Die Häuschen im Altstadtbereich sind kaum mehr als zwei Stockwerke hoch und die Atmosphäre ist ganz entspannt. Wir entdecken zwar keine besonderen Sehenswürdigkeiten aber werden auch nicht dauernd von Touristenabzockern genervt. Das Oldtown Hostel ist für 300 Baht pro Raum weiterzuempfehlen obwohl ich in unserem sauberen Zimmer eine Kakerlake töten muss.

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Barfuss auf Hostelsuche
2009.02.14
Valentinstag. Da wir irgendwie in Phuket Town nichts Besonderes mehr vermuten, lassen wir uns morgens abholen und zur Fähre bringen. Mit einem vergleichsweise luxuriösem Boot brausen wir nach Koh Phi Phi. Einer Insel die so klein ist dass es weder Autos noch Strassen gibt. Wir werden von türkisem Wasser empfangen und am gemütlichen Pier hüpfen wir auf die Insel. Auf den ersten Blick sind nur zwei Berge zu erkennen doch schnell wird klar dass beide durch einen schmalen Sandstreifen verbunden sind. Wir finden zwischen den Luxusresorts auch einen Schlafplatz für nur 6 Euro pro Person. Die anderen Budget Bungalows sind alle auf dem Weg zum Aussichtspunkt hoch am Berghang angesiedelt. Der Weg dorthin ist sehr steil und lang. Nichts für uns.

Total erschöpft und verschwitzt kommen wir auf der Bergspitze an und können die atemraubende Aussicht geniessen. Der Sandstreifen zwischen den Bergen wird von zwei hell leuchtenden türkisenen Wasserbögen eingerahmt. Die Sicht wird nur durch die Resorts ein bisschen getrübt. Ständig humpeln irgendwelche Touristen auf Krücken oder mit Verbänden durch die brennende Sonne. Arme Schweine. Wieder unten angekommen schmeissen wir uns ins warme Wasser und stellen erneut fest wie schön die Insel ist.

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Wollten wir schnorcheln?
Da wendet sich das Glück gegen mich. Erst muss ich feststellen das ich auf Samui scheinbar meine neue Badehose vergessen habe. Bei der stundenlangen Suche muss ich akzeptieren das hier alles zu teuer für mich ist. Vor jedem Laden muss man die FlipFlops ausziehen und ich haue mir meinen Fuss an einer Stufe an. Währendessen stellt Jenny fest dass in ihrer Tasche Schokolade geschmolzen und sich überall verteilt hat. Zur Aufmunterung kaufen wir zwei Schnorchel und eine Luftmatratze für insgesamt 11 Euro. Ich beschliesse nach stundenlager erfolgloser Suche meine schlechte Laune zu überwinden und ohne Badehose ins Meer zu gehen. Also blase ich die Matratze auf, packe die Schnorchel ein und hüpfe fröhlich richtung Strand. Doch das Meer ist nicht mehr da.

Wo vorher noch ein türkises Paradies war, blicken wir jetzt auf eine Sandwüste in welcher Boote zwischen Felsen auf dem Boden liegen. Das Grinsen in meinem Gesicht verzieht sich als mir klar wird dass wir heute nicht mehr schwimmen können. Also beschliessen wir dass einzig richtige in so einer auswegslosen Situation: Saufen!

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Oder Feiern?
Der Abend wird sofort besser. Wir sitzen in der zum Valentinstag romantisch umgestalteten Hippies Strandbar und benebeln uns mit zwei Whiskey Pepsi Buckets - for free! Ich bekomme natürlich wieder wie jeden Tag Gras angeboten. Muss wohl an den Dreads liegen. Oder einfach nur weil wir Westler sind :)

Wir rennen zum nächsten Bucket for free welcher geschätzt einen Liter Whiskey Cola enthält. Am Strand findet ein Saufspiel statt welchem man noch mehr Alkohol gewinnen kann. Doch danach kommt das Highlight. Ein etwa fünf meter langes Seil wird entzündet und von zwei Thais geschwungen. Die betrunkenen touristen versuchen Massenhaft zu springen doch die meisten verbrennen sich Eier oder Knöchel.

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Jennys Unterwasserkamera
2009.02.15
Brand. Jenny kauft ein Sixpack Wasser um die Ecke.  Ich suche was zu Essen und finde ein Restaurant welches komplett auf einen grossen Flatscreen ausgerichtet ist. Perfekt. Ich schaue drei Folgen Family Guy und verschlinge dabei gierig eine riesigen Cheese Salad. Halbwegs nüchtern gehen wir mit Luftmatratze schnorcheln.
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Ausnüchtern im Wasser
2009.02.16
Von der lauten Marktschreierei der Massagefrau direkt neben unserem Hostel werden wir geweckt. Wir kaufen uns erstmal Sandwiches vom Strassenstand und essen sie am Meer. Anschliessend schauen wir uns Bilder von diversen Tattoos in einem Tattoostudio an und beschliessen uns im Hostel selber welche mit Edding auf unsere Haut zu zeichnen um eine bessere Vorstellung zu bekommen. Jenny kauft sich einen Sarong und wir gehen wieder mit Schnorchelset und Luftmatratze im angenehm warmen Meer schnorcheln.

Wir buchen eine Camping Tour in Maya Bay für 1800 Baht, wo wir an einem der schönsten Strände in Thailand übernachten werden. Passend dazu schauen wir uns abends in einem Restaurant den Film The Beach an, welcher in Maya Bay gedreht wurde aber laut Film in der Nähe von Koh Phan gan sein soll. Morgen solls losgehen und wir sind schon gespannt was uns erwartet.

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Koh Phi Phi
Generell ist Koh Phi Phi einfach Urlaub vom Urlaub. Es gibt keine motorisierten Landfahrzeuge, stattdessen schieben tapfere Thais riesiege Schubkarren, durch die engen Gassen. Keine TukTuk fahrer nerven einen, da man die Insel eh zu Fuss innerhalb von 10 Minuten durchqueren kann. Alles ist um einiges teurer als bisher aber das ist wohl der Preis fürs Paradies. Zum ersten mal fühle ich mich ganz entspannt. Es gibt weder was zu planen, noch etwas zu organisieren oder zu buchen. Uhrzeiten spielen keine Rolle und wir gehen schlafen wann es uns passt. Die Abwesenheit von besonderen Attraktionen ist das Besondere hier. Zum ersten mal habe ich beim Faulenzen nicht das Gefühl etwas zu verpassen.

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Keine Autos auf der Insel
2009.02.17
Aber nach drei Nächten reichts dann auch mit Entspannung auf Koh Phi Phi. Wir wollen wieder was  Besonderes erleben. Beim ausschecken muss Jenny frustriert feststellen dass nun nach den FlipFlops auch ihre richtigen Schuhe geklaut wurden. Die Frau an der Rezeption stört es nicht grossartig. Ein dicker Minuspunkt fürs Season Guesthouse welches ansonsten zumindest für den Preis angemessen war. Barfuss sucht Jenny nach neuen FlipFlops und schnell wird klar dass in den meisten Strassenständen 'gebrauchte' FlipFlops zu einem Bruchteil des Neupreises angeboten werden. Wo die wohl herkommen...

Im Reisebüro Siam UK ist man sehr freundlich und bewahrt unser Gepäck kostenlos auf. Wir haben nur das Nötigste dabei da wir heute Nacht in Maya Bay fernab der Zivilisation campen wollen. Die Zeit bis zur Abfahrt verteiben wir uns im Pool eines Luxusresorts und tun einfach so als würden wir dort wohnen. Die fetten, alten Bonzen haben hier schon ein schönes Leben aber für die Preisdifferenz gehen wir lieber den Tag geniessen und bestellen was zu essen.

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Klippenspringen
Treffpunkt für die maximal 30 Leute die pro Nacht im National Park an der Maya Bay schlafen dürfen ist das Lemongrass Restaurant. Hauptsächlich Mädels zwischen 20 und 30 scheinen das Angebot zu nutzen aber natürlich sind auch die prolligen Säuferjungs mit dabei. Im bunten Holzboot lernen wir unsere super lustigen Tourguides kennen die uns alles erlauben aber dezent von schmerzhaften Dummheiten abhalten.

Vom Boot aus bestaunen wir die senkrecht aus dem Meer steigenden Felswände. Nach einem kleinen Umweg können wir in eine riesige dunkle Felshöhle namens Viking Cave schauen welche eher an ein Piratenversteck erinnert. Überall stecken Bambusrohre zwischen den Felswänden als ob die Höhle vorm einstürzen bewahrt werden müsste. Doch wir lernen dass die dünnen Rohre vor langer Zeit zum klettern benutzt wurden um potenzsteigende Vogelnester ein paar hundert Meter höher zu erreichen. Bei der waghalsigen Konstruktion wird klar dass viele Leute beim Sturz ihr leben lassen mussten.

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Maya Bay
Ein paar Minuten später erreichen wir eine idyllische Bucht zwischen zwei Felswänden. Die Kajaks werden losgemacht und ein paar Touris klettern aufs Bootsdach und machen Saltos ins Wasser. Wir schnappen uns ein paar Masken und gehen im türkisen Wasser schnorcheln. Bis auf meine kurzen Übungen am Strand war ich noch nie Schnorcheln und bin fast gelähmt als ich die Augen öffne und erkenne wie sich unter mir ein endloses Korallenriff mit hunderten von Fischen erstreckt. Die Fische sind unbeeindruckt und lassen sich aus nächster Nähe in ihrer ganzen Farbenpracht begutachten. In grossen Fischschwärmen fühle ich mich zwar ein wenig bedroht aber ich finde auch schnell ein Plätzchen an dem nur 50 statt 1000 Fischen um mich herum sind. Die Korallen sehen aus wie braune Gehirne und beeindrucken mich jetzt nicht so.

Schnell gewöhne ich mich an das Atmen und tauchen in der Unterwasserwelt und bin begeistert von der Sicht nach oben. Sonnenstrahlen schiessen ins türkise Wasser und beleuchten die tollen Fische. Jemand wirft Ananasstücke ins Wasser und die Fische kommen alle angeflitzt und zerkleinern sie mit ihren kleinen Mäulern in Sekunden. Im TV habe ich schon schönere Riffe gesehen aber fürs erste mal ist es mehr als beeindruckend. Ich bin froh dass mir so viele Menschen zum Schnorcheln geraten haben sonst hätte ich wirklich was verpasst.

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Unser Schlafplatz
Nachdem sich alle ausgetobt haben und die Kajaks wieder da sind essen wir die restliche Ananas und fahren weiter bis zu einer Hütte in den roten Sandfelsen. Zwei Köpfe schauen aus 18 Meter höhe auf uns hinab und verschwinden. Sekunden später fällt ein Körper hinab ins Wasser. Ein zweiter Klippenspringer kommt hinterhergeflogen. Ich bekomme auch Lust doch Springen ist leider nicht Teil unserer Tour. Wer es dennoch unbedingt versuchen will kann versuchen in der Freetime später durch ein scharfkantiges Loch in der Felswand gegenüber von Maya Bay zu klettern und die restlichen paar Meter zu schwimmen. Wir sind dort barfuss allerdings nicht durchgekommen.

Im Gegensatz zum Film und der Werbung kann man den Sonnenuntergang vom Strand der Maya Bay garnicht sehen. Eben weil es eine Bucht ist die von hohen Felsen umgeben ist. Also warten wir am Eingang der Bucht auf dem Boot und schauen wie die Sonne sinkt. Bevor es dunkel wird werden wir von einem extrem wackeligem Longtail Boot abgeholt und zum Strand gebracht.

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Küche und Speisesaal
Es ist einfach die schönste Bucht die ich je gesehen habe. Das Wasser scheint noch türkiser, der Sand noch heller und die Abwesenheit von Resorts, Bars oder sonstigen Anzeichen von Tourismus abgesehen von dem Steg machen den Anblick perfekt. Die anderen Touristen verschwinden langsam da in diesem Nationalpark eigentlich nicht übernachtet werden darf. Kurz darauf ist unsere Gruppe alles was am Strand noch zu sehen ist. Wir erkunden das Gelände hinter dem Strand, doch entdecken nur Toiletten und eine ausgetrocknete Bucht mit dem erwähnten Loch zum Klippenspringen. Da sowieso niemand einen Bezug zur Uhrzeit hat treffen wir uns wieder wenn es Dunkel ist.

Es ist für alles gesorgt und in einer der drei Holzhütten auf dem ganzen Gelände kochen unsere Guides Abendessen. Je ein Topf Reis, Gemüse und Chicken zur Selbstbedienung. An der Felswand liegen und hängen Matten. Auf dem Boden beim Alkoholverkauf ziehen zwei Tourguides Gras durch riesige Bambusrohre. Schnell herrscht gute Stimmung. Nach dem Abendessen kommen wir mit ein paar Leuten ins Gespräch und alles wird noch freundschaftlicher als mal wieder Free Buckets verteilt werden. Diesmal wieder Whiskey Cola.

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The Beach
Auch wenn ich mir das Programm in einer paradiesischen Bucht anders vorgestellt hätte beginnt der Tourguide ein Saufspiel und kriegt vor lachen kaum noch die zugekifften Augen auf. Wir spielen ein paar Runden mit aber nach den Blackouts der letzten Parties wollen wir uns heute mal lieber nicht zusaufen. Damit wir uns morgen noch daran erinnern könne verlassen wir die Runde und gehen mit drei deutschen Mädels an den Strand.

Ich habe zufällig meine Marker dabei und so können wir zuschauen wie ein von der Gruppe beschrifteter mannshoher Heissluftballon in den Himmel steigt. Es ist eine sternenklare Nacht und hinter dem orange leuchtenden Ballon fliegt sogar eine weisse Sternschnuppe vorbei. Doch das eigentliche Highlight sind kleine Plankton die nach Mitternacht im Wasser schweben. Werden sie von einer Welle an Land gespült oder schwimmt man durch sie hindurch fangen sie an blau zu leuchten! Die Nachricht verbreitet sich schnell und alle hüpfen ins Meer und wedeln mit den Armen im Wasser. Hunderte von leuchtenden Punkten sind um die kleine Gruppe herum sichtbar. Unglaublich.

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Nachts Am Strand
2009.02.18
Wir bekommen dünne Matten, einen sandigen Schlafsack und ein altes Kissen. Wir suchen uns ein ruhiges Stück Strand in der nähe der Klippen. Der Sand ist sehr ungemütlich und schnell wird klar dass schlafen am Strand selbst im Paradies kaum Spass macht. Allerdings können wir beim Wachliegen die Sterne anschauen. Nach drei Stunden schlaf wird es hell und die Tourguides die uns zum Sonnenaufgang wecken wollten verschlafen selbst. Doch das passt gut in die Atmosphäre von Maya Bay.

Wir suchen vergeblich selbst den Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang. Das Gelände ist sehr klein und da die Sonne von einer unerreichbaren Felswand verdeckt wird vermuten wir dass es einfach keinen Aussichtspunkt gibt. Später gibt es leckeres Frühstück bestehend aus Toast, Jam, Spiegelei, Tee und Kaffee. Todmüde krackseln wir zurück ins Boot und die Guides nehmen planmässig die kurze Route zurück nach Koh Phi Phi. Auch im weiteren Verlauf unserer Reise wird die Nacht in Maya Bay das beste Erlebnis in Thailand bleiben.

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Fliegende Laterne
Im Pool des Luxusresorts waschen wir uns den Sand von den Körpern und aus der Kleidung und verbringen die Wartezeit auf die Fähre nach Krabi. Unsere Körper schreien nach Schlaf als wir gegen Abend vom Pier ins Taxi richtung Town anstatt zum entfernten Strand steigen. Nach zehn Minuten suche und vielen schönen aber vollen Hostels checken wir in ein schäbiges Guesthouse ein. Doch wir müssen noch einmal raus um die weiterfahrt nach Malaysia zu organisieren und Reis zu essen. Es ist schon wieder 23 Uhr. Alles juckt und dennoch legen sich unsere leicht sonnenverbrannten Körper ohne grosse Umwege in das kratzige Bett. Endlich.

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Malaysien wartet schon
2009.02.19
Für 550 Baht holt uns der Minubus um 06:30 Uhr am Hotel ab. In den letzten beiden Nächten hatten wir nur wenig Schlaf und irgendwie kommt mir das nicht wie Urlaub vor. Deshalb beschliessen wir jetzt noch einen weiteren anstrengenden Transport-tag  zu machen, richtung Süden zu fahren und dafür dann ein paar Tage zu entspannen. Wie so oft hält der Bus oft an um Leute und mysteriöse Pakete ein oder auszuladen. Auf dem Weg sehen wir mal wieder einen Rollerunfall und wie der Mann seine Frau darunter hervorzieht. Immerhin scheinen beide zu leben.

In Hat Yai besorgt uns der Fahrer zwei Tickets nach Sungai Kolog und setzt uns an der Busstation ab. Auf der Fahrt richtung Grenzort kommen wir durch mehrere Pollizeikontrollen aber uns zwei Westler fragen sie im Gegensatz zu den Asiaten nicht einmal nach dem Ausweis. Gegen 15 Uhr sagen wir Thailand auf Wiedersehen und laufen über die Grenze.

Video zu Thailand unter Travel
Nächstes Kapitel: Malaysien

 

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