CHRISTIAN MARZY
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Christian Marzy News

Log - Kambodscha:

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Travel

Christian Marzy Log China
Von der Ladefläche...
2009.01.12
Ungeordnetes Chaos, wuselnde Touristen und weit und breit keine Busse. Ich ärgere mich das ich auf so einen - wenn auch gut und glaubhaft organisierten - dummen Trick reinfallen konnte. Der einzige Trost ist das 10 Euro bei uns in Deutschland wenigstens nicht so ein Vermögen sind wie hier.

Alle möglichen Thais und Kambodschaner versuchen uns ein Taxi anzudrehen und laufen wie gewohnt ein paar Meter mit uns mit bevor sie merken das sie bei uns nur auf Ignoranz stossen. Es fällt schwer sich zu Orientieren da man nie stehenbleiben kann. Die sehen für uns alle gleich aus aber ich bin mit meinen bunten Dreads eben sehr auffällig. Vielleicht ist das unser Glück denn auf einmal steht unerwarteterweise tatsächlich unser Reisebegleiter neben uns.

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...ins Moto
Total überrascht bekommen wir grüne Aufkleber an den Rucksack und werden an einen neuen Begleiter übergeben. Dieser führt uns dann zu einer weiteren behördlichen Stelle in der wir weitere scheinbar wichtige Stempel in den Pass bekommen. Da wären wir alleine höchstwahrscheinlich vorbeigelaufen.

Wir vertrauen den Typen immer noch nicht aber werden tatsächlich in einen kleinen Bus geführt. Was sollen wir auch anderes tun als einsteigen und hoffen. Wenigstens spricht unser Begleiter verständliches Englisch und erklärt uns ein paar Dinge zum Ablauf. Im Gegensatz zum Verkaufsgespräch geht die Fahrt nun doch erst zwei Stunden später los, dauert drei Stunden länger und führt nun doch über die bumpy Road die so schrecklich sein soll.

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Noch ist die Strasse geteert
Wir fahren zufällig direkt zu einer Bank mit einem grossen gefälschten Mastercard Logo vorne dran. Laut Begleiter sollen wir hier Geld wechseln und dann ein Haus weiter auf den Bus warten. Zum Glück hat er noch zwei andere Touris im Schlepptau also gehen wir einfach alleine weg um ein bisschen was von dem Grenzort Poipet zu sehen.

Ärmer, dreckiger und kaputter als alles was wir bis jetzt gesehen haben ist alles was man über Poipet berichten kann. Die Sonne brennt senkrecht vom Himmel. Wir wechseln thailändische Baht in kambodschanische Riel in einer vertrauenswürdig aussehenden Bank und gehen für ein paar Cent zum Glück noch einmal auf ein sehr dreckiges Klo an der Grenze.

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Im vollgepackten Bus
An der Busstation die gar nicht nach einer aussieht treffen wir die meisten Touristen aus dem Zug wieder und ich frage mich wie die ohne Begleiter alleine hergefunden haben. Man lässt uns scheinbar extra noch ein bisschen warten um uns für 6 Euro mehr in ein Taxi upzugraden das sofort losfahren würde auch die werden bis zum Rand mit Leuten vollgestopgft also warten wir weiter.

Tatsächlich kommt dann eine Art VW-Bus und quetscht 10 Touris samt Gepäck und einen Fahrer ein. Es ist enger als im Flugzeug aber immerhin haben wir unser Gepäck im Blick. Die Angst vor Diebstahl und Abzocke hat hier jeder da es so oft im Planet erwähnt wird. Die anderen Touris im Bus haben alle ein oder zwei Euro weniger gezahlt, hatten dafür aber eben auch keinen Reisebegleiter bis hier her. Scheinbar alles gut gelaufen.

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Die Locals haben nicht viel
Die Strasse nach Siem Reap ist bekanntlich noch im Bau, kann aber schon befahren werden. Anfangs ist sie noch geteert doch immer öfter müssen wir noch nicht fertig gebaute Brücken auf improvisierten Sand und Schotterwegen umfahren. Mitten auf der Strasse steht ein Unfalltruck dessen Fahrerhaus komplett zerstört ist. Der Fahrer hat's wohl nicht geschafft. Aber wir sind trotzdem frohen Mutes bis der geteerte Teil der Strasse dann komplett vorbei ist.

Angeblich soll die Strasse einer Fluggesellschaft gehören und um Flugtickets zu verkaufen extra in dem schlechten Zustand gehalten werden. Es ist zwar wirklich die schlimmste Strasse auf der ich je gewesen bin aber der Fahrer und der Bus scheinen einiges wegzupolstern. Überall liegen Hindernisse, stehen Baufahrzeuge oder Gefälle die den Bus fast kippen lassen. Wir fahren durch eine sehr arme Gegend und können den Leuten die am Strassenrand wohnen bei ihrem Leben zu schauen. Sie fischen im trüben Wasser, fahren mit dem Rad zur Schule, kochen für die Familie oder waschen sich aus einer Schüssel. Die Bäume, Häuser und überhaupt alles hat den staubigen orangeton der Fahrbahn angenommen. Manchmal können wir kaum 10 Meter weit schauen wenn entgegenkommende Fahrzeuge den Staub aufwirbeln. Zwischendurch kommen wir durch wüstenhafte Gebiete die eine Afrikanerin im Bus eher an ihr zuhause erinnern. Die Fahrt ist sehr interessant und ich würde sie trotz dem gerüttel jederzeit einem Flug vorziehen.

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Garden Village Hostel
Die Sonne geht gerade unter und wir können im Staub ihre Strahlen sehen als plötzlich riesige Hotelanlagen zwischen den Slums hervorscheinen und wir scheinbar in der näher von Angkor Wat sind. Der Bus hält im nirgendwo an und es stehen sogar schon TukTuks für uns bereit. Alle im Bus wehren sich vor Angst aus Abzocke dagegen hier stehen zu bleiben doch als man uns versichert die TukTuks seien im Preis mit inbegriffen trauen wir uns dann doch. Wir zeigen in der Lonely Planet Karte auf unser Wunschhostel und steigen ein. Hier heissen die TukTuks Moto und sind Roller die einen Anhänger ziehen.

Wir haben einen sehr sympathischen Motofahrer der sogar stehenbleibt als uns eine Wasserflasche wegen der riesigen Schlaglöcher davonfliegt. Er muss sehr damit kämpfen nicht die Kontrolle über den Roller zu verlieren bringt uns aber dann doch sicher und schnell zu einem mit Palmen gesäumten Hotel.

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Erstmal ins Outdoorbett.
Freundlich bietet er uns an ersteinmal die Zimmer anzuschauen und wartet ob wir das Hostel wirklich haben wollen. Ungläubig fragen wir an der Rezeption ob wir wirklich im Garden Village Hostel sind und ob noch zwei Betten frei seien. Beides ist der Fall. Also sage ich unserem kambodschanischem Moto-Fahrer der sich mir als Tom vorstellt bescheid und er bittet uns ihn doch anzurufen falls wir einen Fahrer für unseren Tag in Angkor Wat brauchen.

Wir betreten das Garden Village und es ist wirklich eher ein Dorf als ein Hostel. Auf dem Weg zu unserem Schlafplatz klappen uns die Kinnladen runter. Es gibt einen Teich, ein Restaurant im zweiten Stock des Hauptgebäudes und drum herum jede Menge aneinandergereihte Holzhütten. Hammergeil =) Es sind keine Hütten mehr frei also führt man uns zu einer grösseren Hütte ohne Wände in denen mehrere Moskitonetze von der Decke hängen. Für nen Dollar dürfen wir hier heute Nacht pennen bis morgen ne richtige Hütte frei ist. Insgesamt haben wir 14 Stunden gebraucht um vom Hostel in Bangkok ins 320km entfernte Hostel in Siem Reap zu kommen. Und ich vermute das wir sogar relativ effizient voran gekommen sind.

In der Restaurantbar kann man kostenlos ins Internet und jeder bestellt zwei Portionen essen bevor wir müde in das improvisierte Bett im freien fallen.

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Purer Luxus
2009.01.13
Die Nacht auf der dünnen Matratze war schrecklich. Wir wechseln in eine Holzhütte mit grossem Bett, Bad und Veranda inklusive heissem Wasser und Klimaanlage. In Kambodscha bezahlt man wohl eher in Dollar da die Leute immer erstaunt sind das wir nur Riel haben.

Im Restaurant buchen wir nach unserem westlichen aber leckeren Frühstück im kostenlosen Internet ein Hostel in Phnom Penh und gehen in unser weiches Bett schlafen. Die Reise gestern war doch eher anstrengend.

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Siem Reap
Gegen Abend gehen wir dann doch noch mal ins Zentrum von Siem Reap und schlendern einmal schnell durch den Old Market Psar Chaa in welchem neben den typischen T-Shirts und Souvenirs auch blutige Hühner und Fische verkauft werden. Natürlich ist alles ziemlich dreckig und wir gehen schnell an den Gedärmen vorbei in die Bar Street. Der ganze Ort scheint nur wegen Touristen zu existieren und so finden wir schnell ein Restaurant das uns gefällt. Mit Aussicht über die Kreuzung. Ich bestelle ein Khmer Steak. Ein dunkles Stück Fleisch mit Pommes und Salat. Wir gehen früh schlafen da wir morgen schon vor dem Sonnenaufgang in den Tempeln von Angkor Wat sein wollen.
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Die schönen Ecken
2009.01.14
Der Wecker schmeisst uns um 04:30 aus dem Bett. Wir mieten uns für 12 Dollar einen Motofahrer für den ganzen Tag. Auf der Fahrt nach Angkor Wat kommen wir an etlichen Touristen vorbei die versuchen auf einem gemieteten Fahrrad den richtigen Weg zu finden. Wir sind froh an ihnen vorbeifahren zu können statt selbst durch die dunkle Kälte irren zu müssen. Wir erreichen den Eingangsbereich von Angkor Wat und bekommen für 20 Dollar einen Tagespass mit frisch gemachtem Foto.

Die geteerte Strasse weicht einer Schotterpiste ohne Beleuchtung. Plötzlich mündet die Schotterpiste auf unserer Spur in einem seitlichen Abhang. Dadurch hüpft unser Anhänger zur Seite und droht umzukippen. Unser Fahrer fliegt durch unser nach unten ziehendes Gewicht fast vom Roller aber kann das Gleichgewicht dann doch wieder erlangen. Wir kommen komplett von der Spur ab und schliddern über die losen Steine einen halben Meter abwärts um dann mit dem Roller voraus in einem engeren Graben einzuschlagen. Unser Anhänger steht nur noch auf einem Rad und wir fallen fast raus aber rumpelt dann doch wieder in eine waagrechte Position.

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Sonnenaufgang in Angkor Wat
Scheinbar ist niemand verletzt also ziehe ich zusammen mit dem Fahrer den Roller aus dem Graben. Ein bisschen zittrig erreichen wir dann lebend Angkor Wat und werden mit all den anderen Touristen über eine grosse Brücke in das Gelände von Angkor Wat geschleust. Angkor Wat selbst ist eigentlich nur einer vielen Tempel aber wirkt auch wie der Haupttempel. Wir gehen durch ein riesiges steinernes Tor und finden uns auf einem gigantischen Platz wieder. Tausende von Touristen erkennt man an den Blitzen ihrer Kameras im Dunkeln. Vor dem schon leicht orangenen Himmel zeichnet sich langsam die Silhouette von den gigantischen Tempelbauten ab.

Die meisten Touris versammeln sich vor einem Teich in welchen sich das Schauspiel zwischen rosanen Blumen spiegelt. Das Gelände ist so ausgerichtet das direkt hinter dem Tempel die Sonne aufgeht und direkt hinter unseren Rücken der Mond leuchtet. Ein Heissluftballon steigt in die Luft und Händler stören die Stimmung mit ihrer aufdringlichen Marktschreierei. Wir verziehen uns in den Tempel und beobachten den Sonnenaufgang in aller Ruhe allein. Alles wirkt wie eine riesige Filmkullise und man glaubt kaum das die grauen Wände und Trümmer aus echtem Stein sind.

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Uralte Riesentempel
Die Sonne steht am Himmel und unser Fahrer bringt uns durch die riesige Anlage vorbei an Elefanten über Flüsse und durch Tore nach Angkor Thom - einer Tempelanlage mit 54 hohen Säulen und 216 steinernen metergrossen Gesichtern die einen aus den Steinwänden anstarren. Die Stufen die man steigen muss sind sehr hoch und sehen so aus als ob sie unter den Füssen wegbrechen würden.

Während wir über das Gelände laufen kommen wir immer wieder an weiteren spektakulären Bauten vorbei. Sobald wir zur nächsten Station wollen gehen wir einfach wieder zu unserem Fahrer der brav auf uns wartet. Ein weiteres Highlight ist ein 50m hoher Tempel den wir zum Glück mit festen Schuhen hochklettern. Es sind wohl die steilsten Stufen die ich je gesehen habe. Manchmal fehlt eine und wir ziehen uns mit den Händen auf die nächste Ebene. Wir kommen nur langsam nach oben da die Angst vor einem tödlichen Absturz gross ist und jeder Schritt bedacht werden muss. Oben angelangt geniessen wir dafür die Aussicht über die kilometergrosse Anlage.

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Baum wächst um den Tempel
Den berühmten Tempel auf welchem ein Baum wächst dessen Wurzeln sich über den Tempel ausbreiten sehen wir am Ende der Tour auch noch. Viele Leute kommen für mehrere Tage her um alles zu sehen und wir wissen das wir nur einen Bruchteil zu Gesicht bekommen haben, aber wir möchten gegen Mittag schon wieder zurück ins Hostel. Die Tempel von Angkor kann man kaum beschreiben aber für mich gehören sie zu den beeindruckendsten Sachen die ich bisher gesehen habe. Jeder den es mal nach Kambodscha verschlagen solllte muss sich einfach selbst ein Bild davon machen. Unbedingt anschauen!

Als Belohnung für die viele Kletterei gönne ich mir in der Bar Street bei Funky Munky einen leckeren Mozarella-Burger und wir verbringen den restlichen Tag im Hostel. Wir versuchen Flieger zu buchen aber das Internet in Kambodscha ist einfach zu frustrierend langsam. Nach einer Stunde fällt dann der Strom aus und wir geben es auf.

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Ein simples Händlerleben
2009.01.15
Wir kommen als letzte in den Bus gehetzt der uns zum Busbahnhof bringt. Auf dem holprigen Weg sammeln wir Gäste von anderen Hostels ein und kommen an einer Schule vorbei. Hunderte von Kindern fahren in ihrer Uniform auf Rollern oder Fahrrädern zum Eingang. Die Einfahrt zu Parkplatz der Schule wird kontrolliert und Parkanweiser leiten die chaotischen Massen in ein strukturiertes Parksystem. Zu Fuss oder im Auto der Eltern kommen die wenigsten.

Am Busbahnhof herrscht wieder das reinste Chaos. Wir hätten von alleine weder den Bahnhof noch den richtigen Bus gefunden und sind deshalb froh 7 Dollar ausgegeben zu haben und dafür vom Hostel abgeholt zu werden. Die Strasse nach Phnom Penh ist geteert und der Fahrer rauscht unter dauerndem Einsatz seine Hupe mit 100kmh an kleinen Rollern und Fahrrädern vorbei. Die Strasse hat trotzdem einige Schlaglöcher und es fühlt sich an als würden wir ziemlich schnell vorankommen.

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Zu viert aufm Roller
Die Strassen die links und rechts abgehen sind grösstenteils nur rote Schotterwege und die fast alle Menschen wohnen in Wellblechhütten. Meist nur ein paar Äste die ein Blechdach tragen. Als Tourist kommt man sich mit seinen sauberen Klamotten und teuren Kameras ganz unangenehm vor. Um uns herum sieht es aus als hätte es seit Jahren nicht geregnet. Die Felder sind ausgebrannt und die Grundstücke staubig. Jedoch stehen manche Häuser auf meterhohen Pfählen als ob hier ab und zu eine Flut vorbeirollen würde. Generell ist das Klima jedoch angenehm kühl. In den meisten Nächten frieren wir sogar.

Wie gefährlich die Strassen von Kambodscha sind beweist uns ein toter Rollerfahrer der verbogen mitten auf der Strasse liegt. Statt stehen zu bleiben und die Strasse abzusichern quetscht sich unser Reisebus nur knapp an der Leiche vorbei. Eine halbe Stunde später kommt uns ein Rettungswagen entgegen. Wohl zu spät.

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Hier essen wir zu mittag
An einer Ansammlung von Essensständen läuft es immer gleich ab. Sobald der Tourist ankommt versammelt sich eine Traube von kleinen Mädchen mit Früchten oder Souvenirs die einem im Abstand von wenigen Zentimetern überall hin folgen. 'Only one million Dollar' ist mal eine erfrischende Abwechslung zu den sonst so leidenden Bettelsprüchen. Teilweise sprechen die kleinen sogar fast flüssiges Verkaufsdeutsch. Die Erwachsenen haben es sich an den Ständen bequem gemacht und wachen zwischen dem ganzen Müll über die Ware. Die alten robben mit ihren verkrüppelungen über den Boden und betteln untertan.

Ich esse zum zweiten mal Sticky Rice. Es ist Reis in Müsliriegelform gepresst, mit Zucker verklebt und mit Kokosraspeln umhüllt. Wahrscheinlich jeden Tag frisch zubereitet. Schmeckt fast wie Milchreis nur eben fester. Damit die Finger nicht dreckig werden ist er meistens in ein Palmenblatt oder eine Art Wrap eingehüllt. Eine Handteller grosse Portion kostet etwa 20 Cent.

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Elo vorm Restaurant
Endlich hält der Bus in Phnom Penh und Tausende von TukTuk-Fahrern stürzen sich auf uns. Wir versuchen dem Chaos zu entfliehen doch ein Fahrer lässt nicht locker bis wir ihm endlich erlauben uns zum Hostel zu fahren. Er kennt den Weg =) Leider müssen wir feststellen das unsere Reservierung im Top Banana Hostel nicht eingegangen ist da dort das Internet kaputt sei. Wir werden ins Blue Dog um die Ecke geschickt doch auch hier ist alles voll.

Unser Freund der Lonely Planet weiss natürlich rat und wir lassen uns für weitere drei Dollar zum See kutschieren. Dort will uns der TukTuk-Fahrer gleich an die Rezeption eines anderen Hostels fahren doch wir hüpfen raus und finden am Ende der Strasse die wie eine Miniaturausgabe der Kaoshan Road aussieht unser Hostel number 9. Über Holzplanken die auf einem grossen Steg in den See führen betreten wir die Rezeption. Es gibt noch Zimmer für 6 Dollar also schlagen wir zu. Beim umrechnen in Riel versucht er zwar 40000 statt 30000 Riel abzuzocken doch wir lassen uns nicht verarschen. Über eine Brücke betreten wir eine in den See gebaute Reihe von Häusern. Überall hängen Pflanzen und auf dem gegenüberliegenden Steg liegt das Restaurant. Unser Zimmer hat drei Betten und ein Bad mit Dusche. Klopapier ist in Kambodscha einfach nie vorhanden.

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Die Hostels auf dem See
Wir verlängern gleich um zwei Nächte und machen uns raus ins naheliegende Lazy Gecko. Die Fruchtsäfte, der Salatwrap und die Tacos schmecken super. Überall versucht man uns Fahrer, Dope, Filme oder Musik anzubieten. Man kann hier auch seine Playstation Portable oder seinen Ipod mit Spielen und Musik volltanken lassen.

Zwei Strassen weiter heben wir nun doch endlich Dollar ab weil sowieso alle Preise in Dollar ausgeschrieben sind. Davon kaufen wir uns ein Expressvisum für Vietnam mit Busfahrt nach Saigon (auch Ho chi minh genannt) für 48 Dollar. Da wir keine Fotos haben werden unsere Reisepässe einbehalten und morgen für uns in der Botschaft abgescannt. Bisschen komisch die Pässe herzugeben aber als fauler Tourist will man sich ja nicht selber kümmern. Wir haben's uns ja auch verdient.

Wir lassen den Abend im Hostel Restaurant ausklingen indem wir unsere FlipFlops samt Füssen hoch über den See legen und uns zurücklehnen. Dazu gibt's nen Schoko-Shake für nen Dollar. Das leben ist schön.

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Phnom Penh
2009.01.16
Ausgeschlafen gehen wir über die idyllische Seebrücke ins Restaurant. Die Aussicht und die Preise sind traumhaft. Während wir essen raucht rechts von uns einer seinen Joint während links von uns ein paar Afrikaner mit einer Prostituierten verhandeln. 4 Dollar die Stunde. Alles ganz freundschaftlich.

Im Sorya Shopping Center kaufe ich vier Spiele für meine Playstation Portable für vier Euro. Das hätte mich in Deutschland sicher 100 gekostet. Ich lasse sie auf meine SD-Karte laden und darf dann auf dem Monitor kontrollieren ob auch alles drauf ist. Jenny kriegt zur Belohnung fürs warten dann einen Eisbecher.

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Blinder Passagier
Wir laufen an den immernervigen TukTuk-Fahrern vorbei in den nahegelegenen Central Market. Hier wird wie im Bangkoker Nightmarket von goldenen Uhren bis zur bestickten Unterwäsche alles verkauft. Ich kaufe für zwei Euro eine gefälschte Markensonnenbrille. Aber sonst gilt das Angebot wohl eher einer anderen Zielgruppe. Die Sachen in Bangkok waren irgendwie um einiges moderner. Ich freue mich schon auf einen Ort an dem nur einmal die Stunde ein Auto durchfährt und wir nicht alle paar Sekunden von Händlern oder bettelnden Kindern angequatscht werden.

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Foltermuseum Tuol Sleng
2009.01.17
Ausgeschlafen tapsen wir über die Holzplanken und lassen uns in einen gemütlichen Frühstückssessel fallen. Das verhandeln mit den TukTuk Fahrern fällt Jenny nicht schwer also fahren wir günstig zum Foltermuseum Tuol Sleng. Gleich am Eingang bettelt ein Entstellter mit verbranntem Gesicht und nur einem Auge. Ein guter Vorgeschmack.

Die Gebäude erinnern eher an ein Konzentrationslager und überall stehen gemeine Folterinstrumente und blutige Illustrationen hängen an den Zellenwänden. 17tausend Leute wurden hier gefoltert und wenn sie die Qualen überlebt haben zum sterben auf die Killing Fields geschickt. Kisten und Schränke voll mit zerschlagenen menschlichen Schädeln und kleine Zellen mit Stacheldraht geben eine ganz gute Vorstellung davon was hier wohl geschehen ist. Aber alles in allem hat es die Urlaubsstimmung eher runtergezogen. Wen man sich nicht so sehr für die Geschichte interessiert spart sich das Geld lieber.

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Die Touristrasse
Da wir in Kambodscha noch nirgends einen guten Platz zum einkaufen gefunden haben versuchen wir's auf dem Psar o Russei. Doch hier sind auf den drei Etagen die engen Gänge nur mit hässlichem oder für Touristen unnützem Zeug vollgestopft. Zehn Minuten später sind wir wieder draussen.

Nachdem wir im Lazy Gecko wieder gemütlich gegessen haben legen wir uns mit vollen Bäuchen ins Bett. Abends gehen wir ins Same Same Hostel da hier laut Flyer eine Party stattfinden soll. Doch uns erwartet eher eine Runde aus 20 fertigen Personen die alle auf den unterschiedlichsten Drogen sind. Ein normaler und ein Riesenjoint machen die Runde. Der Eigentümer des Hostels kontrolliert ob auch jeder Gast mal drankommt. Ich mache drei Runden mit bis der deutsche Tischnachbar mir erzählt das der Eigentümer angeblich der Sohn vom Polizeichef sei und das wohl der sicherste Ort in Kambodscha ist.

Doch bald setzt sich ein muskulöser Mann neben mich der eher wie der Rausschmeisser vom Boss wirkt und versucht mir aufdringlich seine Drogen anzudrehen. Mir ist die Sache ein bisschen unheimlich also lassen wir unsere Bier stehen und gehen in unser Hostel schlafen.

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Vietnam wartet schon
2009.01.18
Wir stehen verschlafen aber pünktlich kurz vor 06:30 vorm Hostel doch weit und breit nichts zu sehen vom versprochenen Pickup zum Busbahnhof. Nachdem wir solange gewartet haben das unser Bus abgefahren ist beschliessen wir das der Pickup wohl nicht mehr kommt und teilen uns mit einer anderen sitzengelassenen Touristin ein TukTuk zum Busbahnhof. Der Bus ist natürlich nicht mehr da aber immerhin kümmert man sich um uns und wir bekommen ohne weitere Kosten ein neues Ticket nach Vietnam für 08:30.

Es existiert tatsächlich eine geteerte Strasse und wir bahnen uns hupend den Weg durch den chaotischen Verkehr. Langsam wird die trockene Wüste grüner und bald erreichen wir eine Fähre die den Bus auf die andere Seite des Mekong bringt. Kleine Dörfer, notdürftige Holzdächer und jede Menge Tierherden auf den Feldern. Fast wie auf einer Safari. Oft laufen kleine Tiergruppen auf die Fahrbahn aber unser Fahrer scheint knappe Ausweichmanöver gewohnt zu sein.

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